Göcklingen kräht

Deutsche Gockelkrähmeisterschaft

Hier noch ein älterer Presseartikel:

Rhein-Neckar 28.06.2016

Gockelkrähmeisterschaften in Göcklingen

Von Stephen Wolf

GÖCKLINGEN - Bei der Gockelkrähmeisterschaft im südpfälzischen Göcklingen ahmen die Teilnehmer die Laute von Federvieh nach. Wer siegen will, muss dem Original besonders nah kommen.

„Gellender Schrei mit leisem Anlauf“ – so könnte man Michael Hubers Beitrag bei der Deutschen Gockelkrähmeisterschaft im südpfälzischen Göcklingen bezeichnen. Der 26-Jährige steht in einem beeindruckenden Hahnen-Kostüm auf der Bühne, fängt erst ganz sachte mit einem verhaltenen „Bogbogbog“ an, das schließlich in ein gellendes „Kikeriki“ mündet. Mit stolz gereckter Brust nimmt der Mann am Sonntag den Applaus der zahlreichen Zuschauer entgegen. Der Mann, der eigenen Angaben zufolge täglich den Hahnenschrei probt, ist immerhin so etwas wie ein Lokalmatador in dem Weinort.

Weinfest sollte  attraktiver werden

Es ist die mittlerweile dritte Deutsche Gockelkrähmeisterschaft – sie wurde in Göcklingen auch erfunden, wie Initiator Gerhard Hoffmann erzählt. Ursprünglich sei die Aktion dazu gedacht gewesen, das viertägige Weinfest in dem Ort attraktiver zu gestalten. „Auf der anderen Seite ging es uns auch darum, etwas Lustiges auf die Beine zu stellen“, erzählt der 48 Jahre alte Bio-Winzer. Die Krähmeisterschaft sei bundesweit einmalig.

Gackern was das Zeug hält – so lautet die einfache Regel des Wettkampfs. Insgesamt 22 Teilnehmer beziehungsweise Gruppen messen sich darin, dem Federvieh stimmlich so nahe wie möglich zu kommen. Applaus gibt es von den mehreren hundert Zuschauern nicht nur für die teilweise täuschend echt klingenden Laute, die Männer, Frauen und Kinder in drei Disziplinen vorführen. Auch die originellen Kostüme vieler Teilnehmer sorgen in dem Weindorf für Heiterkeit. Eine Teilnehmergruppe reiste sogar aus dem österreichischen St. Andrä an.

Ob die „Jumping Chicks“ oder der sechs Jahre alte Till – mit ihren animalischen Schreien legen die Wettkämpfer die Latte ziemlich hoch. „Ich finde das jedenfalls toll“, sagt Michael Kestel, der gemeinsam mit seiner Frau Renate aus dem benachbarten Simmeldingen hergekommen ist. „Das zeigt auch ganz gut, wie die Mentalität in der Pfalz ist. Wir mögen es gerne lustig und nehmen die Dinge nicht allzu ernst.“

Am Ende gewinnt die „Sportgruppe Hennig Hinkel, Jockel Gockel und ihre sechs Kinder“ in der Kategorie „Krähen und Stolzieren“, Johannes Hoffmann in der Disziplin „Gackern und Glucksen“ und in der Kategorie für Kinder die Viertklässlerin Cheyenne.

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